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21.07.2019

Intensiver Arbeits- und Fortbildungsmonat für russische Bergbaugruppe geht zu Ende

Bergbautechnik und Tagebaurekultivierung bilden die Schwerpunkte für Importverträge im zweistelligen Millionenbereich.

80 individuelle Geschäftskontakte, 14 Unternehmensbesuche, sieben ganztägige Trainings und geplante Verträge für 11 Mio. Euro - das sind die beeindruckenden Zahlen, mit denen eine Gruppe russischer Manager aus der Bergbaubranche aus dem Kuzbass ihren erfolgreichen Aufenthalt bei der GICON-InTraBiD GmbH beendete. Die Gruppe war vom 10.06. bis 05.07.2019 zur Fortbildung in Dresden.
Auf dem vierwöchigen Programm standen u.a.

  • ganztägige Trainings, z.B. interkulturelle Kommunikation und Verhandlungsführung, professionelles Präsentieren, Finanzierung internationaler Geschäftsbeziehungen
  • Gruppen- und individuelle Besuche bei regionalen und überregionalen Unternehmen

Für die Spezialisten aus der Montanindustrie standen während des einmonatigen Aufenthalts die Themen wie Bergbau und Rekultivierung der Bergbaulandschaften stark im Vordergrund. Neben der Besichtigung des Tagebaus Welzow Süd und einer Rekultivierungsfläche des ehemaligen Tagebaus Klettwitz bei Lauchhammer in Brandenburg wurden während einer Tour durch die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen wichtige Geschäftskontakte geknüpft.

VDMA und Kontaktbörse mit den deutschen Maschinenherstellern in Frankfurt am Main

Ein gemeinsames Forum beim VDMA verbunden mit einer Kontaktbörse zum Gedanken- und Know-how-Austausch war ein wichtiger Baustein und diente als Präsentationsfläche der gegenseitigen Leistungen. Mit gut 3.200 Mitgliedern ist der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), mit Sitz in Frankfurt am Main, die größte Netzwerkorganisation und wichtigstes Sprachrohr des Maschinenbaus in Deutschland und Europa.

Mikhail Skudarnov, Leiter der Beschaffungsabteilung bei SUEK Kuzbass, dem größten russischen Köhleförderunternehmen, kennt die Probleme, die viele deutsche Unternehmen haben, wenn sie auf den russischen Markt kommen wollen. „Wir bieten insbesondere deutschen Herstellern gezielt Unterstützung bei der Registrierung und Teilnahme an Vergabeverfahren an, um so den Einstieg zu erleichtern.“

Diesen hat Konstantin Rezinkin bereits erfolgreich gemeistert. Der Direktor der Speditionsfirma „Avtotrans 2“ arbeitet seit Jahren mit deutschen und europäischen Herstellern zusammen und möchte seine Position auf diesem Markt weiter ausbauen. In seiner Präsentation vor den Vertretern des VDMA hat er den deutschen Herstellern Transportleistungen (Spedition) angeboten.

Eine Kooperation mit deutschen Firmen kann sich auch Evgeniy Kiselev vorstellen. Als Entwicklungsdirektor des Maschinenbaubetriebes OMT aus Kisilevsk ist er in der Lage, die Komponentenfertigung für deutsche Firmen in Russland zu übernehmen.

Im Rahmen des gemeinsamen Treffens fand, neben konstruktiven Gesprächen zwischen den russischen Managern und VDMA-Vertretern, auch eine Kontaktbörse statt. Potentielle Geschäfte konnten u.a. mit Branchengrößen, wie Tüschen & Zimmermann, Envirochemie, Thyssen Krupp und Bartec diskutiert und konkretisiert werden.

Direkter Austausch zwischen Managern und Unternehmen zahlen sich aus

Als Ergebnis des 4-wöchigen Aufenthaltes wurden Kooperationsprojekte erarbeitet und beim Abschlussworkshop präsentiert. Es wurden 3 Best-Practice-Kandidaten ausgewählt:

Evgeny Levchukov, Mitarbeiter in der der Unternehmensleitung von SUEK Kuzbass, suchte für sein Unternehmen einen mobilen pneumatischen Manipulator und wollte auch technische Bedingungen der Montage und des Betriebs Untertage klären. Eine geeignete Anlage fand er bei JD Neuhaus, wo ihn nicht nur die Technik selbst, sondern auch höchste Sicherheitsstandards, Qualitätskontrolle und Organisation des Produktionsprozesses überzeugt haben. Es wurde ein Gegenbesuch bei SUEK Kuzbass vereinbart, um möglichst genau die technischen Details der Montage und der Einsatzmöglichkeiten vor Ort abzustimmen.

Konstantin Rezinkin hat jeden einzelnen Gruppenbesuch genutzt, um seine Transportleistung den Vertretern der Unternehmen persönlich anzubieten. lm Ergebnis hat er zehn neue Kontakte geknüpft, die zukünftig zu neuen Speditions-Aufträgen von Deutschland nach Sibirien führen sollen.

Konstantin Ovchinnikov ist stellvertretender Direktor von „Stroyservis“, einem russischen Kohleunternehmen und Anlagenbauer. Er ist mit dem Ziel nach Deutschland gekommen, geeignete Fördertechnik für automatisierte Kohlelagerplätze zu finden. Im Magdeburger Unternehmen FAM GmbH hat er den geeigneten Partner gefunden. Außerdem ist während des Gruppenbesuches und eines zusätzlichen individuellen Besuchs bei der LEAG die Mitarbeiter von Stroyservis zu einem mehrwöchigen Praktikum nach Deutschland einzuladen, um praktische Erfahrung zur Prozessgestaltung und dem Personalmanagement zu sammeln. Abstimmungen diesbezüglich sind bereits im Gange.

Die Teilnehmer aus Sibirien informierten sich unter anderem bei der UBV Vogtland über die Technik von Horizontalfilterbrunnen im Stadtgebiet Senftenberg.

Die Gruppe der russischen Ingenieure, welche erfolgreich am diesjährigen Programm des Bundeswirtschaftsministeriums am Standort der GICON-InTraBiD teilgenommen haben.

Die Rekultivierung hat für Russland in den letzten Jahren stark an Bedeutung zugenommen.

An den Tagebaufeldern von Lauchhammer diskutierten die Ingenieure über die Folgen des Tagebaus und den daraus gewonnen Schlüssen für eine spätere Rekultivierung.

In Russland hat das Thema der Rekultivierung an Gewicht bekommen, da neue Gesetze Konzepte für eine geordnete, umweltverträgliche Nachnutzung der heutigen Tagebaue und Bergbaue vorschreibt.